KILIANS BIO 2009 /// www.the-killians.de Hurra, sie leben noch! Dabei trug ihr Debütalbum den Titel "Kill The Kilians" und die Bandmitglieder der Kilians hatten sich alle Mühe gegeben, sich auf und abseits der Bühne Verletzungen zuzuziehen. Aber fünf junge Männer bringt so schnell nichts um. Auch nicht der rasante Erfolg.

Noch ehe ihre erste CD erschien, haben die Kilians ihren Indierock bei "Rock am Ring" und "Rock im Park" präsentiert. Sie waren im Vorprogramm von den Babyshambles, The Cooper Temple Clause, Wir Sind Helden, den Beatsteaks und Björn Dixgård von Mando Diao zu sehen. Auch die Clubs ihrer eigenen Konzerte wurden größer und größer. Eine zeitlang konnte man in NRW kaum das Radio einschalten, ohne "When Wil I Ever Get Home" zu hören. Und sie wurden 2007 für die "Eins Live Krone" als bester Newcomer nominiert.

Die Musikzeitschriften hielten es immer wieder für erwähnenswert, dass so eine Band "ausgerechnet" aus Dinslaken komme. Als hätten Liverpool, Omaha oder Borlänge immer schon einen musikalischen Weltruf gehabt. Dabei ist es gar nicht so schlimm, in dieser niederrheinischen Kleinstadt aufzuwachsen – aus Langeweile spielt man eben Fußball oder gründet eine Band. (Überraschend dabei: Es gibt einige Dinslakener Bands mit Plattenvertrag, aber nicht einen erfolgreichen Fußballverein.)

In Dinslaken wird zwar immer noch geprobt, doch die Stadt ist längst nicht mehr die Heimat aller Kilians: Bassist Gordian Scholz wohnte schon bei der Bandgründung in Bochum und auch Sänger Simon den Harto ist jetzt zum Studium nach Köln gezogen. Der neue Song "Hometown" ist aber keine Hymne auf die Schönheiten irgendwelcher Städte, sondern eine gleichermaßen euphorische wie melancholische Erinnerung an alt Freunde und die Stadt, die einen geprägt hat.

Überhaupt klingt das neue Album "They Are Calling Your Name" nachdenklicher und – das darf man bei Menschen Anfang Zwanzig wohl so sagen – etwas erwachsener als das Debüt. Natürlich sind die Stücke immer noch in jugendlichem Leichtsinn gebadet. Doch die Musik sollte nicht mehr nur gut klingen, sondern auch etwas zu melden haben: In den Texten geht es um die kleinen und großen Enttäuschungen des Lebens und um "das Gefühl, dass etwas nicht richtig ist." Oder, wie Simon hinzufügt: "Gedanken, die sich ein junger Mensch in meinem Alter eben so macht." Exemplarisch hierfür steht die erste Single "Said & Done".

Selbstkritisch hat sich das Quintett im Proberaum an die Weiterentwicklung des eigenen Sounds gemacht. Atmosphärischer und mitreißender sollten die neuen Songs werden und dabei "weder nach Club, noch nach Stadion" klingen. Die Akustikgitarre, die Simon seit jeher lieber ist als die elektrische, steht jetzt öfter im Vordergrund. Trotzdem sind die Kilians immer noch eine Rockband: Die Gitarrenarbeit von Dominic Lorberg und Arne Schult ist noch filigraner geworden, und manche Songs sind Dank Gordian Scholz am Bass und Micka Schürmann am Schlagzeug so rhythmisch, dass man schon beim ersten Hören glaubt, da verschwitzte Publikum vor der Bühne tanzen zu sehen.

Überhaupt: Jetzt, wo das Album fertig ist, gilt für die Kilians wieder "spielen, spielen, spielen". Sie möchten live überzeugen: "Das ist die einzige Form von Druck, die wir kennen", wie Simon sagt.

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